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urmensch24.de -Notizen aus Steinheim im Bottwartal- -


29. Dezember 2009

Weihnachtsgeschenke

Ein Buch. Von einer “ausgezeichneten Autorin”, Herta Müller, Literaturnobelpreis 2009. Atemschaukel. Eines meiner Weihnachtsgeschenke 2009. Ich lese es derzeit. Hier eine Leseprobe:

“Die Suppe heizte mich bis in die Zehen. Meine Nase tropfte. Abadschij, warte, sagte die Russin und brachte aus dem Nebenzimmer ein schneeweißes Taschentuch. Sie gabe es mir in die Hand und drückte meine Finger zu, als Zeichen, dass ich es behalten soll. Sie schenkte er mir. Und ich wagte nicht, mich zu schneuzen. Was da geschah, ging weit über das Geschäftliche des Hausierens und mich und sie und ein Taschentuch hinaus. Es betraf ihren Sohn.”
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4. Mai 2009

“20 Jahre Wende” / wo hat mich das persönlich beeinflußt?

Mit Anfang 20 (um 1976) war ich in Ulm bei der Luftwaffe und leistete dort meinen Wehrdienst (W15). Nächtelange Diskussionen im Freundeskreis pro und contra Kriegsdienstverweigerung / Gewissensentscheidung waren meiner bewussten Entscheidung für den Dienst an der Waffe vorausgegangen. Letzlich gab mein Verständnis von “staatsbürgerlichen” Pflichten den Ausschlag für meine Entscheidung pro Wehrdienst.  

Die Doktrin, dass nur die “militärische Abschreckung” und die Verteidigungsfähigkeit des Landes den Frieden sichere, erschien mir als junger Mann damals durchaus glaubwürdig.

Ende der 80er Jahre kam Michail Gorbatschow und seine Politik von Glasnost und Perestroika (Transparenz u. Umgestaltung). Dazu in der DDR die beherzten “Wir sind das Volk” – Parolen! Die best´ gesicherte innerdeutsche Grenze samt Berliner Mauer öffnete sich! Ja selbst die Grenzen ganzer (Ostblock-)Staaten lösten sich auf oder wurden neu gezogen, ohne dass auch nur ein Schuß fiel!

Für mich ein klares Zeichen, dass sich die Politik der “militärischen Abschreckung” zumindest in Europa überlebt hatte. Aus Gewissensgründen verweigerte ich “nachträglich” den Wehrdienst und wurde nach einer “Verhandlung” auch als solcher anerkannt.