Landschaftsschutz und urbanes Leben (Teil II: urbanes Leben)

Ziel einer Stadtentwicklung muss die „menschenfreundliche Stadt“ sein:
Stichworte hierzu:
öffentlicher Raum muss offen und zugänglich sein
Straßen und Plätze zu Räumen und Orten umgestalten, an denen man sich gerne aufhält.
„Lebensraum Strasse“ gilt es zu gestalten.
Verkehrsreduzierende Wegeplanung mit Vorrang für Fuß- und Radwege muß ein Ziel künftiger Stadtentwicklung sein.
Dies führt auch zu einer kinder- u. familienfreundlichen Stadtentwicklung und auch zu einer seniorengerechten Verkehrsplanung, weil besonders Kinder und alte Menschen als Fußgänger unterwegs sind. Durchgängige Rad- u. Fußwege schaffen Anreize, Wege zu Fuß zurückzulegen. Bordsteinabsenkungen, Querungshilfen, Beleuchtungen usw.
Dies fördert auch die lokale Wirtschaft und begünstigt die noch vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten.
Erste Ansätze hierzu lassen sich in Steinheim bereits in der Ludwigsburger Str. und der Friedrichstrasse erkennen.
Es muss keine „Einheitsplanung“ sein, eine „Quartiersbildung“ (soweit man in einer Kleinstadt, bzw. in den Teilorten davon sprechen kann) ist durchaus erwünscht, dies fördert die Identifikation der Bewohner mit ihrem „Quartier“.
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Landschaftsschutz und urbanes Leben (Teil I Landschaftsschutz)

Landschaftsschutz und urbanes Leben sind für mich 2 gleichwertige Seiten einer Medaille.
Es sind gleichberechtigte Ziele einer vernüftigen und zukunftstauglichen Kommunalpolitik.

Wir leben in einer Region mit überwiegend von Menschenhand geschaffener „Kulturlandschaft, z.B. Streuobstwiesen, Weinberge usw.  Heute geht es u.a. auch darum, Lebenswelten für Pflanzen und Tiere zu erhalten ( z.B. durch vernetzte Biotopstrukturen). Vor Jahren wurden teilweise intakte Netzstrukturen z.B. durch Strassen, Flußbegradigungen usw. zerstört oder beinträchtigt. Durch Rückbaumaßnahmen (z.B. Renaturierungen, Krötentunnel usw.) versucht man, diese Fehler abzumildern.

Sogenannte „weiche Standortfaktoren“ gewinnen zunehmend an Bedeutung, dazu gehört auch die naturnahe Umgebung, die künftig ein noch bedeutsamerer Standortvorteil sein wird. Qualifizierte Arbeitsplätze werden in Zukunft nur noch in den Regionen entstehen, in denen die Menschen gerne leben wollen. 

Ich halte deshalb die Idee www.landschaftspark-neckar.de für ein zukunftsweisendes Projekt, und begrüße es, wenn das im Rahmen einer „Langfristperspektive“ weiterentwickelt wird auch zum Murr- und Bottwartal hin.
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Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner verbietet Genmais (14.04.09)

Im August 2008 war ich auf dem „Rock-for-nature- Festival in Wolpertshausen bei Schwäbisch Hall. Die bäuerliche Erzeugergemeinschaft hatte dieses Rockfestival als Protest gegen „Gen-Food“ organisiert. Joe Cocker, Scorpions, Nena, Ich+Ich usw. machten Musik, 20-30.000 Besucher waren auf dem Stoppelfeld.

Neben der Musik in toller Open-Air-Stimmung hat mich besonders der kanadische Landwirt und Träger des alternativen Nobelpreises Percy Schmeiser fasziniert. Eindrücklich hat er in seinem Vortrag seinen jahrelangen Kampf gegen Gen-Mais geschildert. Nicht nur die wirtschaftlichen und juristischen Folgen der „Gen-Verunreinigung“ seiner Felder war das Thema. Besonders die von Befürwortern gepredigte friedliche Koexistenz von „genfreien“ und „genveränderten“ Saatgutfeldern erwies sich selbst auf den weitläufigen Ländereien Kanadas als Farce.  Auch die erhofften Vorteile (Schädlingsresistenz, höherer Ertrag usw.) traten nicht ein.  Persönlich schwer getroffen hat ihn auch der entstandene Konflikt nicht Nachbarn, Kollegen und langjährigen Saatguthändlern.
Allein das sei für ihn schon ein ausreichender Grund, die Finger von verändertem Saatgut zu lassen, neben den fraglichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Auf den kleinteiligen Feldern in Deutschland sein das ein noch größeres Problem so sein nachdrückliches Statement.

Insofern scheint die aus Bayern stammende Agrarministerin Aigner doch noch rechtzeitig die „Weichen“ umgelegt zu haben.

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rockformature Sommer 2008 in Schwäbisch Hall

     

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beeindruckende Vorstellung von Gewerbe und Vereinen bei der Steinheimer Leistungsschau 2009

leistungsschsthm09-004Am Samstag hat der Regen dafür gesorgt, dass die Besucher überwiegend die Stände in der Halle besuchten. Dafür war am Sonntag strahlendes Frühlingswetter, so dass auch der Aussenbereich gut besucht war. Ob Gewerbetreibende, oder auch eine große Zahl von Vereinen samt Feuerwehr und Rotem Kreuz, es war eine beeindruckende Vorstellung der „Stoinemer“ Leistungsbereitschaft. Dazu noch ein Bürgermeister der im Gleitschirm mit Eberhard Gienger einschwebte und ein interessantes Fußballspiel! Ein rundum gelungener Tag!

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Auch wenn noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, so doch ein (Bürger-)Meister zumindest als Tandemspringer!

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(Fotos: K. Brodbeck)

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Aufwertung der Ludwigsburger Strasse

Im Zuge der Kanalsanierung wurde von der Stadt die Ludwigsburger Strasse und die Friedrichstrasse samt Gehwege deutlich aufgewertet. Erfreulich ist, wenn auch private Hauseigentümer sich ebenfalls engagieren. So geschehen im Anwesen Ludwigsburger Str. 19.  Die durchgeführte Renovierung lässt das Ortsbild an dieser Stelle deutlich freundlicher erscheinen.
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Das Backhaus in der Badtorstrasse in Steinheim (Teil II: heutige Nutzung)

Auch im Zeitalter der Großbäckereien, Mikrowelle und Backautomaten gibt es immer noch mehrere „Backgruppen“ die das Steinheimer Backhäusle nutzen.  Die Termine müssen nicht mehr verlost werden, allerdings ist es üblich, sich seinen „Backtermin“ auf der Schiefertafel im Backhaus (nicht im Internet!) zu reservieren (siehe Foto).  Auch der Aschekasten will geleert sein, das Holz muss beschafft und der Ofen angefeuert werden. 

Ich habe ein Backgruppe besucht und den Damen folgende Fragen gestellt:

1. Was veranlasst Frauen von heute im Backhaus zu backen?

2. Was ist für Sie heute das größte Problem?

Folgende Anworten habe ich erhalten:

  • zu 1:
    Backhausbacken ist „Kult“: Luftdruck, Holzart, Backmenge, Beschaffenheit vom Mehl u. Kartoffel….kurzum, das Thema ist nie zu Ende…
    der besondere Geschmack des Backhausbrotes, es ist das beste Brot!
    wir können „Probleme“ besprechen und uns austauschen
    man bekommt mit, was in Steinheim los ist
  • zu 2:
    der „Luftdruck“
    eine gute Hitze hinzubekommen, damit das Brot was wird!
    wir träumen noch von der Teigmaschine
    Holz- und Reisigbeschaffung- und Lagerung
    fast alle Frauen sind (teilzeit-) berufstätig, Backterminfindung ist schwierig

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    der Ofen ist angeheizt, man gönnt sich eine Pause

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ein prächtiges Ergebnis

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Das Backhaus in der Badtorstrasse in Steinheim (Teil I: Historie)

Vielerorts fielen die einstmals in fast jedem Dorf anzutreffenden kommunalen Backhäuser bereits der Spitzhacke zum Opfer. Im Zeitalter der Bäckereien und Elektrobacköfen war man der Meinung auf dieses Relikt aus vergangenen Tagen verzichten zu können. Oder es musste in den 70er Jahren einer Strassenverbreiterung weichen.
Nicht so in Steinheim! Ob die knappe Stadtkasse, unser aufmerksamer Heimatpfleger oder der Widerstand der „Backfrauen“ für den Bestand bis heute sorgen ist mir nicht bekannt.

Ich habe meine Nachbarin, Frau Hilde Osswald, befragt, was sie mir in kurzen Worten über dieses Zeugniss aus einem anderen Jahrhundert berichten kann:

Das Baujahr datiert man auf 1838. Die Brandgefahr in den damaligen Bauernhäusern war groß, deshalb wurde ein Gemeindebackhaus mit 2 Öfen errichtet. Der rechte Ofen befindet sich noch im Originalzustand, im linken Ofen wurde ein Boden eingelegt und ein Thermostat eingebaut, i.d.R. wird nur dieser Ofen heute benutzt. Die Tische und Bänke stammen vermutlich auch aus der damaligen Zeit.

Bis zu den 40er u. 50er Jahren wurden wöchentlich Back- Termine bei Frau Sigrist in der Kleinbottwarer Strasse (ehemaliges Klostergebäude) ausgelost! So groß war der Andrang. Nicht immer herrschte eitle Freude unter den Frauen, da es mehr Frauen, als freie Ränge gab. Die Hefe für 10 Pfenning wurde auch gleich gekauft. Zeitweise wurde von 6 Uhr früh bis 24 Uhr je Ofen gebacken (6 Ränge a 3 Std.) Begehrt waren die Abendränge, denn der Ofen war noch warm, das sparte Brennholz und die Arbeit im Stall und auf dem Acker war bereits getan.

Das Backhaus war das „Kommunikationszentrum“! Die Steinheimer Nachrichten sind damals noch nicht erschienen.

Angeblich hat  Bürgermeister Ulrich „verbrieft“, dass das Backhaus für „immer“ den Bürgern kostenlos zur Verfügung gestellt werde. Wegen der „Steinheimer Finanzkrise“ haben die Nutzer bereits kleinere Reparaturen aus eigener Tasche bezahlt.
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